Von Lea Hauke
Aktualisiert am April 3, 2025
Die deutschen Relativpronomen “der”, “die”, “das” und “welcher”, “welche”, “welches” werden dazu verwendet, um Relativsätze einzuleiten. Obwohl es zwar möglich wäre, nur in Hauptsätzen zu sprechen, ermöglichen es dir Relativpronomen mehr Information in einem Satz unterzubringen.
Hier sehen wir uns gemeinsam an, welche Funktion Relativpronomen bereits in einfachen deutschen Sätzen einnehmen. Wir nennen mehrere Beispiele für die Verwendung von Relativpronomen und untersuchen, wie sie dekliniert werden. Obendrein sehen wir uns die häufigsten Fehler an und erklären, wie du sie vermeiden kannst.
Relativpronomen heißen so, weil sie dazu verwendet werden, Relativsätze (auch Nebensätze genannt) einzuleiten. Die deutschen Relativpronomen heißen “der”, “die”, “das”, “welcher”, “welche” und “welches”.
Du brauchst du sie, um nähere Informationen über ein bereits genanntes Nomen im Hauptsatz geben zu können.
Hier ist ein Beispielsatz:
Dort ist die Frau, die einen süßen Hund hat.
Im ersten Teil, dem Hauptteil des Satzes, erhältst du die erste Information über das Nomen “die Frau”: “Die Frau ist dort.”. Im zweiten Teil, dem Nebensatz, erhältst du die zweite Information: “Die Frau hat einen süßen Hund.”.
Damit das Nomen in diesem Satz nicht wiederholt werden muss, ersetzt man es durch das Relativpronomen “die”. Gäbe es keine Relativpronomen, müsstest du zwei Sätze daraus machen. Das ist zwar möglich, aber etwas umständlich:
Dort ist die Frau. Die Frau hat einen süßen Hund.
Um es etwas abzukürzen und mehrere Informationen in einem Satz vermitteln zu können, verwenden wir stattdessen Relativpronomen. In unserem Beispiel “Dort ist die Frau. Die einen süßen Hund hat.” sind Genus, Numerus und Kasus gleich. Sie sind beide feminin, Singular und stehen im ersten der deutschen Fälle, dem Nominativ.
Obwohl das Genus und der Numerus des Nomens und des Relativpronomens immer gleich bleiben, kann sich ihr Kasus unterscheiden. Im nächsten Teil siehst du, wie die verschiedenen Deklinationen für Relativpronomen aussehen.
Je nachdem, welche Information du im Relativsatz über das zuvor genannte Nomen ausdrücken möchtest, kann es sein, dass das Relativpronomen einen anderen Kasus und daher eine neue Form annehmen muss.
Wenn wir noch einmal zu unserem Beispielsatz “Dort ist die Frau, die einen süßen Hund hat.” zurückkommen, stehen “die Frau” und das Relativpronomen “die” im Nominativ. Doch wie sieht es zum Beispiel aus, wenn du die Zugehörigkeit des Hundes zur Frau betonen möchtest?
Dort ist die Frau, der der süße Hund gehört.
Das Nomen im Hauptsatz bleibt hier unverändert, doch das Relativpronomen steht nun im Dativ. In der nachfolgenden Tabelle siehst du, wie die Relativpronomen “der”, “die”, “das” dekliniert werden.
Nominativ | Genitiv | Dativ | Akkusativ | |
Maskulin | der | dessen | dem | den |
Feminin | die | deren | der | die |
Neutral | das | dessen | dem | das |
Plural | die | deren | denen | die |
Wenn du bereits mit den bestimmten und unbestimmten Artikeln im Deutschen vertraut bist, sind dir wahrscheinlich Ähnlichkeiten in der Deklination aufgefallen. Sie sind bei “der”, “die” und “das” nahegehend identisch. Nur im Genitiv Singular und Dativ Plural kommt es zu Abweichungen bei den Endungen.
Neben “der”, “die” und “das” gibt es auch noch die Relativpronomen “welcher”, “welche” und “welches”. Du kannst sie grundsätzlich immer verwenden, sie hören sich jedoch etwas förmlicher an und werden im deutschen Sprachgebrauch weniger häufig verwendet.
In manchen Fällen, wie in unserem Beispielsatz weiter oben “Das ist die Frau, der der Hund gehört.”, ist es jedoch elegant “der” durch “welcher” zu ersetzen, um die Dopplung von “der” zu vermeiden: “Das ist die Frau, welcher der Hund gehört.”
In der Tabelle siehst du die verschiedenen Deklinationen von “welcher”, “welche” und “welches”:
Nominativ | Genitiv | Dativ | Akkusativ | |
Maskulin | welcher | welchem | welchen | |
Feminin | welche | welcher | welches | |
Neutral | welches | welchem | welche | |
Plural | welche | welchen | welche |
Die Deklinationen sind identisch mit den Deklinationen der bestimmten Artikel “der”, “die” und “das” im Deutschen. Die einzige Abweichung ist, dass “welcher”, “welche” und “welches” nicht im Genitiv verwendet werden. Du musst dir also weniger merken!
Es kann schwierig sein, sich all die verschiedenen Regeln für Relativpronomen zu merken. Mit etwas Sprachpraxis wird es dir schnell leichter fallen. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, einen Sprachkurs zu besuchen, bei dem viel Wert auf aktives Sprechen gelegt wird.
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Sehen wir uns hier noch einmal die Deklination der Relativpronomen genauer an. Eines sei schon einmal verraten: Sobald du weißt, welche Fragen du stellen musst, wird die Deklination von Relativpronomen viel einfacher!
Der Nominativ wird immer dann verwendet, wenn sich das Relativpronomen auf das Subjekt eines Satzes bezieht. Bevor du den Nominativ bestimmen kannst, musst du dir also zuerst die Frage stellen, auf wen sich das Relativpronomen bezieht.
Betrachten wir also erneut unseren Beispielsatz:
Beispiel: Dort ist die Frau, die einen süßen Hund hat.
Auf welches Nomen bezieht sich das Relativpronomen?
In unserem Beispiel lautet die Antwort “die Frau”.
Da Genus und Numerus des Relativpronomens gleich bleiben, weißt du nun, dass es sich um das feminine Relativpronomen im Singular handeln muss.
Dass es sich in unserem Beispiel um den Nominativ handelt, erkennst du, indem du die Frage “Wer oder was hat einen süßen Hund?” stellst.
Sowohl “die Frau” als auch das Relativpronomen “die” stehen demnach im Nominativ und müssen nicht verändert werden.
Beispielsätze mit Relativpronomen im Nominativ:
Da läuft die Frau, die jeden Morgen trainiert.
Hier ist der Hund, der immer bellt.
Dort ist das Fahrrad, das einen Platten hat.
Der Genitiv gibt den Besitz an und wird durch die Frage “Wessen?” identifiziert.
Beispiel: Dort ist die Frau, deren Hund süß ist.
Das Bezugswort des Relativpronomens bleibt “die Frau”. Da der Relativsatz die Information über den Besitz des Hundes vermitteln soll, muss das Relativpronomen “deren” im Genitiv stehen.
Beispielsätze mit Relativpronomen im Genitiv:
Das ist der Mann, dessen Auto wir benutzt haben.
Das ist das Haus, dessen Tür fehlt.
Das ist die Frau, deren Tasche gestohlen wurde.
Mit dem Dativ wird die Zugehörigkeit zu etwas ausgedrückt. In einem Satz erkennst du ihn am besten mit der Frage “Wem oder was?”
Beispiel: Dort ist die Frau, der der süße Hund gehört.
Wenn du dir die Frage stellst, auf wen sich das Relativpronomen bezieht, bleibt die Antwort “die Frau”. Das gibt dir Aufschluss darüber, dass das Relativpronomen feminin und Singular ist.
Häufig tritt der Dativ auch in Kombination mit bestimmten Kombinationen aus Verben und Präpositionen auf.
Hier einige Beispielsätze mit Relativpronomen und Präpositionen im Dativ:
Das ist der Stift, mit dem ich schreibe.
Das ist der Freund, bei dem ich übernachte.
Das ist der Film, von dem ich dir erzählt habe.
Das ist das Hotel, nach dem wir suchen.
Die Frage nach dem Akkusativ lautet: “Wen oder was?”. Der vierte der vier deutschen Fälle bezieht sich auf das Objekt in einem Satz und gibt an, auf wen sich eine Handlung bezieht.
Beispiel:
Das ist die Frau, die ich mit dem süßen Hund gesehen habe.
Das Bezugswort für das Relativpronomen lautet nach wie vor “die Frau”. Um nach dem Akkusativ zu fragen, verwendest du die Frage “Wen oder was habe ich gesehen?” Demnach muss das Relativpronomen feminin und Singular sein und im Akkusativ stehen.
Beispielsätze mit Relativpronomen im Akkusativ:
Das ist die Frau, die ich gestern getroffen habe.
Hier ist das Buch, das ich gekauft habe.
Das ist der Hund, den ich gestreichelt habe.
Wenn sich das Relativpronomen auf ein Nomen bezieht, das im Hauptsatz mit einer Präposition steht, muss dieselbe Präposition auch vor dem Relativpronomen im Nebensatz verwendet werden. Entscheidend ist dabei nicht das Bezugswort im Hauptsatz, sondern die Verwendung der Präposition im Nebensatz.
Die folgenden Beispiele zeigen, wie du Relativpronomen einsetzen kannst, um zwei Sätze zusammen zuführen und die Bedeutung dennoch beizubehalten. Übrigens kannst du statt der gängigeren Relativpronomen “der”, “die” oder “das” auch “welcher”, “welche” oder “welches” verwenden. Diese Version klingt allerdings etwas förmlicher.
Beispiele für Relativsätze mit Präpositionen:
Das ist die Frau. Ich habe oft von dieser Frau gesprochen.
Das ist die Frau, von der ich oft gesprochen habe.
Das ist die Frau, von welcher ich oft gesprochen habe.
Hier ist das Buch. Ich habe mich schon lange auf das Buch gefreut.
Hier ist das Buch, auf das ich mich schon lange gefreut habe.
Hier ist das Buch, auf welches ich mich schon lange gefreut habe.
Das ist der Park. Wir treffen uns immer in diesem Park.
Das ist der Park, in dem wir uns immer treffen.
Das ist der Park, in welchem wir uns immer treffen.
Das ist der Kollege. Ich arbeite gerne mit diesem Kollegen zusammen.
Das ist der Kollege, mit dem ich gerne zusammenarbeite.
Das ist der Kollege, mit welchem ich gerne zusammenarbeite.
Die Kombination aus Relativpronomen und Präpositionen kann in manchen Fällen auch durch andere Worte ersetzt werden. So wird zum Beispiel die Kombination “in dem”, die für Ortsangaben gebraucht wird, häufig durch “wo” ersetzt.
Beispiele:
Das ist das Café, wo wir uns immer treffen.
Statt: Das ist das Café, in dem wir uns immer treffen.
Diese Version wirst du in Konversationen auf Deutsch häufiger antreffen. Im gehobenen Schriftdeutsch solltest du sie allerdings vermeiden, weil sie meist eher im Umgangssprachlichen verwendet werden.
Die Verwendung von Relativpronomen ist eine Übung für Fortgeschrittene, weil einiges an Wissen bereits vorausgesetzt wird. Häufig kommt es vor, dass Deutschlernende sich für das falsche Relativpronomen entscheiden, weil sie das Genus oder den Numerus des Bezugsnomens verwechseln.
Je sicherer du bei der Bestimmung wirst, desto einfacher wird, das dazugehörige Relativpronomen zu finden. Das Gleiche gilt für die Bestimmung der Kasus. Indem du dir einprägst, mit welchen Fragen du den passenden Kasus identifizieren kannst, werden dir die Relativpronomen weniger Probleme bereiten.
Häufig wird auch im Umgangssprachlichen “welcher”, “welche” oder “welches” verwendet. Das ist zwar nicht per se falsch, hört sich jedoch in Konversationen etwas zu förmlich an. Im Schriftdeutschen kannst du diese Relativpronomen jedoch durchaus einsetzen.
Die deutschen Relativpronomen lauten “der”, “die”, “das” und, im eher förmlichen Kontext “welcher”, “welche” und “welches”.
Relativpronomen sind dafür da, um einen Hauptsatz und einen Nebensatz zu verbinden. Sie werden dazu verwendet, um zusätzliche Informationen über ein Nomen geben zu können. Demonstrativpronomen werden hingegen für die Betonung eines Subjekts verwendet und können auch als Attribut zu einem Nomen gebraucht werden.
Die Verwendung von Relativpronomen gehört zwar nicht zu den einfachsten Regeln der deutschen Grammatik, doch wenn du weißt, worauf du achten musst, ist ein Großteil der Arbeit bereits getan. Relativpronomen werden in Relativsätzen verwendet, um weitere Informationen zu einem Nomen zu geben.
Im ersten Schritt musst du also herausfinden, auf welches Nomen sich das Relativpronomen bezieht. Das Bezugswort gibt dir Auskunft über den Numerus und das Genus, das auch für das Relativpronomen verwendet wird. Während sich diese Eigenschaften nicht ändern, kann sich der Kasus des Relativpronomens allerdings durchaus unterscheiden. Durch die passenden Fragen “Wer?”, “Wessen?”, “Wem?” oder “Wen?” gelingt es dir, den Kasus des Relativpronomens in einem Satz zu bestimmen.
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