Von Lea Hauke
Aktualisiert am April 3, 2025
Manche Sprachen kommen vollkommen ohne die Verwendung von Artikeln aus, auf Deutsch unterscheidet man sogar zwischen bestimmten und unbestimmten Artikeln. Wann welche Art verwendet wird, hängt von den Eigenschaften des Nomens ab.
“Der”, “die”, “das” oder “ein”, “eine”, “ein”: die Unterscheidung bereitet vielen Deutschlernenden Kopfzerbrechen.
Hier zeigen wir dir, welche Logik hinter dem Konzept der bestimmten und unbestimmten Artikel steckt. Erfahre, wann du welchen Artikel verwendest und, wie du sie in Gesprächen auf Deutsch selbstbewusst richtig einsetzen lernst.
Im Deutschen gibt es zwei Arten von Artikeln: bestimmte und unbestimmte Artikel. Sie nehmen in der deutschen Sprache eine besondere Rolle ein und treten in deutschen Sätzen als die treuen Begleiter von Substantiven oder Nomen auf. Die Wortart der Artikel wird deshalb unter anderem als Nomen-Begleiter bezeichnet.
Die Funktion von deutschen Artikeln ist es, alle nötigen Informationen über ein Substantiv zu transportieren. Du kannst anhand des Artikels das Genus (Geschlecht), Numerus (Anzahl) und Kasus (Fall) eines Substantivs ablesen.
Der Artikel liefert dir Informationen zu:
Genus: maskulin, feminin, neutral
Kasus: Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ
Numerus: Singular, Plural
Während in Sprachen wie Englisch für alle Nomen der gleiche Artikel verwendet wird (unbestimmt “a” oder bestimmt “the”), gibt es im Deutschen für jedes der drei grammatikalischen Geschlechter einen bestimmten und einen unbestimmten Artikel.
Die Artikel für die drei Genera (Geschlechter) im Deutschen lauten:
Genus | Bestimmter Artikel | Unbestimmter Artikel |
Maskulinum | der | ein |
Femininum | die | eine |
Neutrum | das | ein |
Man braucht im Deutschen Arten von Artikeln, um anzugeben, ob über etwas Bestimmtes oder etwas Allgemeines gesprochen wird. Am folgenden Beispiel wird der Unterschied etwas klarer:
Definierter Artikel: Ich brauche das Buch für die Arbeit.
Undefinierter Artikel: Ich brauche ein Buch für die Arbeit.
Dadurch, dass der definierte Artikel verwendet wird, erhältst du die Information, dass ein bestimmtes Buch benötigt wird. Die Eigenschaften des Buches sind im zweiten Satz undefiniert, das heißt, es könnte sich um ein beliebiges Buch oder ein Buch unter vielen handeln.
Wie man bestimmte und unbestimmte Artikel dekliniert und welche Form sie im Plural annehmen, erfährst du weiter unten.
Den bestimmten Artikel verwendet man im Deutschen, wenn von etwas Bestimmten die Rede ist. Das Substantiv, das zu dem bestimmten Artikel gehört, hat bereits Eigenschaften, die bekannt sind oder als bekannt vorausgesetzt werden.
Wenn du den bestimmten Artikel verwendest, gibst du an, dass du genau sagen kannst, worüber du sprichst. Indem du zum Beispiel sagst, “Ich hole den Kuchen vom Bäcker.” wird für dein Gegenüber verständlich, dass es um einen bestimmten Kuchen geht.
Vielleicht habt ihr schon einmal über diesen bestimmten Kuchen gesprochen. Du kannst also davon ausgehen, dass alle Angesprochen genau wissen, was gemeint ist.
Je nachdem, in welchem Fall das zugehörige Substantiv steht, muss sich auch der Artikel daran anpassen. Wenn bestimmte Artikel dekliniert werden, erhalten sie eine andere Form. In der Tabelle siehst du, wie bestimmte Artikel dekliniert werden.
Kasus | Maskulinum | Femininum | Neutrum | Plural |
Nominativ | der | die | das | die |
Genitiv | des | der | des | der |
Dativ | dem | der | dem | den |
Akkusativ | den | die | dem | die |
Es kann vorkommen, dass Artikel mit bestimmten Präpositionen verschmelzen. Das geschieht vor allem dann, wenn es sich um Kombinationen handelt, die häufig benutzt werden. Im alltäglichen Sprachgebrauch werden diese oft zusammengeführt, um den Satz etwas abkürzen.
Für Deutschlernende kann es am Anfang etwas schwierig sein, die Artikel nach der “Verschmelzung” in einem Satz ausfindig zu machen. Deswegen haben wir hier die häufigsten Kombinationen aus Präpositionen und bestimmten Artikeln für dich zusammengestellt:
an + das → ans
Beispiel: Ich denke ans Mittagessen.
an + dem → am
Beispiel: Wir fahren am Freitag nach Hause.
bei + dem → beim
Beispiel: Er wartet beim Hallenbad auf uns.
in + das → ins
Beispiel: Lass uns ins Kino gehen!
in + dem → im
Beispiel: Wir sind im Hotel.
von + dem → vom
Beispiel: Er hat mir vom Urlaub erzählt.
zu + der → zur
Beispiel: Ich fahre zur Vorlesung.
zu + dem → zum
Beispiel: Du kannst zum Karneval gehen.
Während es bei bestimmten Artikeln immer um Einzigartigkeit und Alleinstellungsmerkmale geht, dienen unbestimmte Artikel dazu, auszudrücken, dass es sich um etwas Allgemeines oder Unbestimmtes handelt.
Gehst du zum Beispiel in ein Geschäft und sagst zu den Verkäufern, “Ich brauche einen Wintermantel.”, teilst du damit mit, dass du noch keinen bestimmten Wintermantel im Auge hast, sondern noch auf der Suche bist.
Das Besondere an unbestimmten Artikeln ist, dass sie auch verneint werden können. Dafür wird vor den unbestimmten Artikel ein “k” gestellt. Ein, eine, und einer werden zu k-ein, k-eine und k-ein. Möchtest du zum Beispiel ausdrücken, dass du nicht Kaffee trinken möchtest, würdest du sagen: Ich möchte keinen Kaffee trinken. Du schließt damit die gesamte Bandbreite an Kaffee aus, die es auf dieser Welt gibt. Für dein Gegenüber bleibt dadurch keine Frage mehr offen.
In der Tabelle siehst du, wie unbestimmte Artikel dekliniert werden:
Kasus | Maskulinum | Femininum | Neutrum |
---|---|---|---|
Nominativ | ein | eine | ein |
Genitiv | eines | einer | eines |
Dativ | einem | einer | einem |
Akkusativ | einen | eine | ein |
Wie du siehst, fehlt in dieser Tabelle die Angabe für unbestimmte Artikel im Plural. Das hat den Grund, dass es diese Form nicht gibt. Da der unbestimmte Artikel immer eine Menge von eins bezeichnet, wäre die Pluralform “mehr als eins”, also eine unbestimmte Menge, für die es im Deutschen keinen festen Ausdruck gibt.
Stattdessen lässt man den unbestimmten Artikel im Plural einfach weg.
Beispiel: Es kommen Männer, Frauen und Kinder zur Veranstaltung.
Das Weglassen des Artikels wird auch als Nullartikel bezeichnet. Dieser wird nicht nur (nicht) verwendet, wenn es um den Plural eines unbestimmten Artikels geht, sondern auch in anderen Szenarien, zum Beispiel, wenn über Berufe oder Nationalitäten gesprochen wird.
Statt zu sagen “Ich komme aus dem Deutschland” heißt es beispielsweise “Ich komme aus Deutschland”.
Auch die Aussage “Ich möchte eine Doktorin werden” wird auf “Ich möchte Doktorin werden” verkürzt.
Auch bei Eigennamen gilt die Regel, den Artikel wegzulassen. So würdest du sagen “Ich treffe heute Abend Lena”, aber nicht “Ich treffe heute Abend die Lena”.
Bei der Unterscheidung zwischen bestimmten und unbestimmten Artikeln können sich schnell Fehler einschleichen. Grundsätzlich gilt, wenn es um etwas Bestimmtes geht, das spezifische Eigenschaften besitzt, wird ein bestimmter Artikel benutzt. Für Dinge, die noch unbekannt sind und über die kein Wissen vorausgesetzt werden kann, werden unbestimmte Artikel verwendet.
Nicht jede Sprache verfügt über Artikel. Häufig kommt es vor, dass die Artikel deshalb fälschlicherweise ausgelassen werden:
Fehler: Ich esse Banane.
Richtig: Ich esse eine Banane.
Wenn der unbestimmte und der bestimmte Artikel kurz aufeinander folgen (manchmal auch im selben Satz), können schnell Fehler bei der Unterscheidung passieren:
Fehler: Ich habe einen Film im Kino gesehen, ein Film war sehr gut.
Richtig: Ich habe einen Film im Kino gesehen, der Film war sehr gut.
Der Grund dafür, dass sich der Artikel für Film ändert, ist der, dass sich die Eigenschaften des Films im Laufe des Gesprächs ändert. Zuerst weiß der Zuhörer noch nichts über den Film. Es könnte jeder beliebige Film sein. Im zweiten Teil des Satzes ist klar, dass es sich um einen spezifischen Film handelt. Es ist “der Film, den ich gesehen habe”.
Benutzt du einen unbestimmten oder bestimmten Artikel, solltest du immer darauf achten, auch den Kasus an das Nomen anzupassen. Im folgenden Beispiel wurde fälschlicherweise der Nominativ benutzt, obwohl der Artikel im Akkusativ stehen müsste:
Fehler: Ich sehe ein Film.
Richtig: Ich sehe einen Film.
Um die Unterscheidung zwischen bestimmten und unbestimmten Artikeln zu machen, braucht es regelmäßige Übung. Besonders beliebte Tipps und Übungen sind:
Auch ein Deutschkurs kann dir dabei helfen, die deutschen Artikel auch in Situationen, in denen du vielleicht nervös bist, richtig anzuwenden. Bei Lingoda legen unsere Lehrkräfte auf muttersprachlichem Niveau viel Wert darauf, dass du aktiv Deutsch sprichst. In kleinen Gruppenstärken bleibt genügend Zeit, um deine Sprachkenntnisse zu verbessern und für Situationen in der echten Welt zu üben.
“Ein” ist ein unbestimmter Artikel und wird verwendet, wenn keine spezifische Bezeichnung nötig ist, weil von allgemeinen Dingen die Rede ist. “Ein” wird für maskuline Substantive im Nominativ verwendet, während “einen” für maskuline Substantive im Akkusativ gebraucht wird.
Unbestimmte und bestimmte Artikel lassen sich im Deutschen durch zwei Fragen unterscheiden. Ist die Person oder Sache bekannt oder einzigartig? Hier verwendest du den bestimmten Artikel. Geht es um beliebige oder nicht bekannte Dinge oder Personen? Dann verwende den unbestimmten Artikel.
In der deutschen Grammatik gibt es drei bestimmte und drei unbestimmte Artikel, also jeweils einen für die drei grammatikalischen Geschlechter. Die bestimmten Artikel lauten “der”, “die”, “das”, unbestimmte Artikel “ein”, “eine”, “ein”.
Es erfordert zwar etwas Zeit und Geduld, um die Verwendung der deutschen Artikel zu üben, aber wenn sie erst einmal sitzt, liefern sie dir wichtige Informationen über Nomen in einem Satz. Im Deutschen zeigen dir die Artikel an, ob es spezifische oder unspezifische Personen oder Sachen handelt. Zudem geben sie Auskunft über Genus, Kasus und Numerus.
Während andere Sprachen wie Russisch, Finnisch oder Tschechisch vollkommen ohne Artikel auskommen, müssen die Informationen aus der Wortstellung und dem Kontext abgeleitet werden. Besonders einfach wird es im Englischen. Da Nomen nicht gegendert werden, kann für alle der gleiche bestimmte Artikel, “the”, und unbestimmte Artikel, “a”, verwendet werden.
Die Regelung für deutsche Artikel ist zwar im Vergleich mit anderen Sprachen etwas komplizierter, liefert dir jedoch umso mehr Informationen über die Nomen in einem Satz. Als Begleiter eines Nomens geben sie an, in welchem Fall ein Nomen steht und welches Geschlecht und Numerus es hat.
Unbestimmte Artikel werden für Personen oder Dinge verwendet, die nicht bekannt sind oder keine spezifischen Eigenschaften haben, die sie einzigartig machen. Bestimmte Artikel verwendest du für Dinge oder Personen, die spezifisch sind oder deren Bekanntheit vorausgesetzt wird.
Da Artikel in der deutschen Sprache eine so wichtige Rolle einnehmen, ist es für Lernende besonders wichtig, sich dieses Wissen anzueignen, um in Gesprächen auf Deutsch effektiv zu kommunizieren. Da in Sprachkursen von Lingoda besonders viel Wert darauf gelegt wird, dass du die Sprache aktiv anwendest, wird es dir leichter fallen, die Verwendung der deutschen Artikel zu verinnerlichen. Die Stunden können flexibel gebucht werden und finden onlinestatt, das heißt, du kannst auch neben dem Studium oder Beruf online Deutsch lernen, wenn es in deinen Terminkalender passt.
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